Interview mit Jürgen Lehmeier, büro für bauform Nürnberg, beim RooftopTalk #30
Die Aussage muss man ganzheitlich sehen. Die Aussage gehört in einen gesellschaftlichen Kontext, hat weniger was mit einem geneigten Dach oder mit einer Gebäudehülle oder Sonstigem zu tun, sondern die hat eher damit zu tun, dass wir in einem gesamtgesellschaftlichen Kontext das Bestmögliche jeweils in ein Haus packen müssen, um beispielsweise für das Gemeinwohl zu bauen.
Also jedes Gebäude, das wir schaffen, hat eine unglaublich lange Lebensdauer und hat deswegen auch einen Impact, den wir grundsätzlich in die Gesellschaft geben, in die Natur geben, in die Welt geben. Und wenn wir das durch Mittel machen können, die nachhaltig sind, die langlebig sind, die uns aber auch jetzt im Entwurf, vielleicht jetzt im Steildach, auch einfach weiterbringen, dann ist das das richtige Dach. Das heißt nicht, dass es unbedingt ein Steildach ist.
Es ist so gedacht, der Satz: Ich bin der Meinung, wir haben uns viel zu weit von der Natur entfernt und wir müssen dahin wieder zurückkehren. Also wir müssen praktisch wieder verstehen, dass wir Teil der Natur sind. Und dazu müssen wir als Architekten Antworten liefern. Das heißt jetzt nicht, dass wir im Lehmbau leben und in Strohhütten oder Ähnliches, sondern dass wir unseren Impact verringern, den wir auf die Welt haben und praktisch uns wieder als Teil der Natur oder Teil der Welt begreifen und nicht mehr abgekoppelt, wie wir das, wie ich finde, momentan tun.
Wir haben momentan große Probleme, dass wir Dinge versuchen, technisch zu lösen. Das ist aber, glaube ich, nicht der Fall, sondern wir müssen Dinge nachhaltig lösen. Und das bedeutet praktisch, sich bewusst zu sein, dass wir Teil von etwas Größerem sind und nicht abgespalten irgendwas über technische Lösungen oder Ähnliches.
Und da kann das Steildach durchaus den Beitrag leisten, weil es einfach unglaublich langlebig ist und Sicherheit vermittelt, im Gegensatz zu anderen Dachformen, die viel viel kurzlebiger sind und schneller ausgetauscht werden müssen.
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